26.03.2010

Die SPD Husum ist verwundert über die einseitige öffentliche Darstellung der WGH zur künftigen Nutzung des Areals Poggenburgstraße. „Stadtplanung kann man nicht nach Belieben machen, und es sprechen mehrere objektive Fakten gegen den Bau eines Supermarktes an dieser Stelle“, so Ortsvereinsvorsitzender Matthias Ilgen. Die SPD-Fraktion hält an den Ergebnissen des Einzelhandelsgutachtens fest, das keinen zusätzlichen Bedarf an weiteren Supermärkten in der Stadt vorsieht. Auch stärkere Verkehrsströme, die das Vorhaben zwangsläufig nach sich zieht, sind nicht vertretbar und kontraproduktiv für die gleichzeitig geplante Wohnbebauung.
Bauausschussmitglied Ulf v. Hielmcrone bekräftigt: „Gegen einen sogenannten Tante-Emma-Laden, einen Bäcker, einen Apotheker oder andere Dienstleistungen an dieser Stelle hat niemand etwas. Allerdings können wir mit Blick auf die prekäre Innenstadtent-wicklung der letzten Jahre dem Lebensmittelmarkt in der Großstraße, dem einzigen, der wirklich in der Innenstadt liegt, nicht einen Konkurrenten der geplanten Größenordnung vor die Tür setzen, dann würden wir nämlich die Versorgung der Innenstadt aufs Spiel setzen, und eine Innenstadt ohne Lebensmittelversorgung ist für uns wirklich nicht vor-stellbar. Das Einzelhandelsgutachten war hier sehr wohl bedacht im Kompromiss mit allen Wirtschaftsverbänden ausgehandelt und wurde seinerzeit übrigens auch von der WGH mit beschlossen. Ein Geschäft für den täglichen Bedarf an der Poggenburgstraße selbst kann dagegen sinnvoll sein, dieses wäre dann wirklich fußläufig zu erreichen. Wer aber indessen den beabsichtigten Supermarkt mit dem Kraftfahrzeug anfahren will, der kann genauso gut auch andere vergleichbare Märkte desselben Anbieters anfahren, die ja ohnehin alle in Husum vertreten sind."
Hielmcrone weiter: „Interessant ist allerdings, dass der innenstädtische Bereich jetzt wie der von den Lebensmittelmärkten entdeckt wird, nachdem sie ihn jahrzehntelang vernachlässigt hatten, offenbar ist hier noch ein Geschäft zu erwarten. Der Druck, der allgemein jetzt für einen Supermarkt in diesem Bereich erzeugt wird, ist bisher einzigartig und erstaunt doch sehr. Für die Stadtvertreter gilt allerdings nach wie vor, die Interessen der Stadt in den Vordergrund zu stellen und nicht die des einzelnen Anbieters. Für Rödemis selbst wäre der Erhalt des Lebensmittelgeschäfts an der Kuhgräsung wichtig, das nun wirklich fußläufig erreichbar ist und jetzt auch eine Poststelle besitzt. Und schließlich: Gegen den Verkauf des Parkplatzes an der Danckwerthstraße ist die SPD ganz entschieden. Städtische Freiflächen sind wichtig und dürfen nicht beliebig zur Disposition stehen, gerade wenn wir andererseits eine Verdichtung der Bebauung und mehr Wohnungen in der Stadt fordern."